Maria-Hoffnung Stollen

Seit nunmehr 90 Jahren liefert der MGV-Morgensonne einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben im Bleiberger Hochtal. Wenn auch der Bergbau nach Jahrhunderte langem Bestand für immer erloschen ist, wird der MGV-Morgensonne bergmännische Tradition weiter erhalten und pflegen: Der Bergkittel, das Bergmannslied, wie auch die sanften Weisen des Kärntnerliedes So haben wir im Jahre 1997 als einziger Kulturträger des Bleibergertales von der Bleiberger Bergwerksunion i.L. einen Stollen, und zwar den über 400 Jahre alten „MARIA-HOFFNUNG-STOLLEN“ in unsere Obhut übernommen. Mit der Schließung des Bergbaues im Jahre 1993 wurde eine, das ganze Bleibergertal prägende Bergbautätigkeit beendet.

Über 660 Jahre Bergbau Bleiberg/Kreuth sind Vergangenheit! 
Während seitens der BBU – in Erfüllung der Gesetzeslage – im Zuge der Schließungsarbeiten schon hunderte alte Stollen für immer verschlossen wurden, wollten wir Sänger den Maria-Hoffnung-Stollen dieses Schicksal ersparen. Der MGV-Morgensonne ist nun im Besitz eines ausgedehnten Bergbaureviers – in welchem sich auch einige Schrämstollen befinden. Wir wollen dieses wertvolle bergmännische Kulturgut unbedingt unserer Nachwelt erhalten und auch einer kulturellen Nachnutzung zuführen. Als Schrämstollen werden jene Stollen bezeichnet, welche schon vor vielen Jahrhundertzen mühsamst händisch mit Schlägel und Eisen in den Berg getrieben wurden. Der Querschnitt dieser Stollen entspricht etwa dem Körpermaß des jeweiligen Bergmannes der den Stollen geschlagen hat. Vortrieb pro Tag (lt. Überlieferung) etwa einen Zentimeter!

Wie aus dem beiliegenden Grubenplan ersichtlich, handelt es sich bei dem Maria-Hoffnung-Stollen um eine weitverzweigte Stollenanlage, welche ohne Übertreibung als montanhistorisches Denkmal der Arbeit bezeichnet werden kann.
Worte alleine reichen nicht aus, um die besonderen Schönheiten und Eigenheiten dieser ehrwürdigen Zeugen einer längst vergangenen Zeit zu schildern.
Nach Erfüllung aller behördlicher Vorschriften konnten wir unseren „Maria-Hoffnung-Stollen“ am 23. Juli 1999 unter Teilnahme von 120 geladenen Ehrengästen feierlich wiedereröffnen. In Vertretung unseres Landeshauptmannes war auch Labg. DI Gallo anwesend.
In der Zwischenzeit war es uns möglich, den Stollen mit vielen Exponaten aus dem ehemaligen Bleiberger Bergbau auszustatten. In einem Seitenschlag wurde auch eine Barbara-Kapelle errichtet. Außer der Erfüllung der bergbehördlichen Auflagen haben wir – um Wiederverfüllte Strecken freizulegen – etwa 250 m³ Gesteinsmaterial aus dem Stollen entfernt. Zusätzlich wurde ein Entwässerungskanal durch die gesamte Stollenanlage errichtet, eine entsprechend große Pumpanlage installiert sowie alle begehbaren Stollenabschnitte mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet!

In der zweiten Hälfte des Jahres 2001 wurde auf Anregung der Berghauptmannschaft ein zweiter Zugang geschaffen. Dies war möglich, da sich sozusagen eine Etage über unserem Stollen der so genannte „Maria-Fürbitt-Stolllen“ befindet. Beide Stollen sind mit einem Schrägschacht verbunden. Wir sind nun in der glücklichen Lage einen behördlich kommissionierten Notausgang zu besitzen.

Wie erfolgt nun die Nachnutzung des Maria-Hoffnung-Stollens?

Wir Sänger wollen altes bergmännisches Brauchtum erhalten und veranstalten jedes Jahr am 4. Dezember. Eingeladen dazu werden alle unsere freiwilligen Helfer sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft. 
Weiters geben wir allen unseren Sponsoren die Zusage, unsere Stollenanlage mit ihren Familien bzw. Firmenbelegschaft besichtigen zu dürfen. Von diesem Angebot wird reger Gebrauch gemacht.
Gerne laden wir auch Gesangsvereine, welche unsere Liederabende mitegestalten, zu einer Besichtigung ein.
Auch unserer Gemeindevertretung sowie Vertretern der BBU steht dieses montanhistorische Kleinod gratis als Rahmenprogramm für verschiedene Anlässe zur Verfügung.
Ganz besonders freuen wir uns, wenn wir Schulklassen begrüßen dürfen, welche dieses „Denkmal der Arbeit“ besichtigen und bewundern wollen! Sinnvollerweise finden diese Besichtigungen in Zusammenarbeit mit der bekannten „Terra Mystica“ statt.


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